Methodik

Kurzerklärung

Die im Projekt verwendeten Methoden sind interdisziplinär angelegt und kombinieren wissenschaftliche Analysen, praktische Anwendungen sowie digitale und experimentelle Verfahren. Ziel ist es, umfassende Erkenntnisse zur Sanierung und energetischen Optimierung von Fachwerkgebäuden zu gewinnen, die sowohl theoretisch fundiert als auch praxisnah sind.

Aufnahme

Strukturierte Bauaufnahme und digitale Modellierung

Abbildung von Scans von Giebel Momberg 1-2
  • Mit digitalen Erfassungstechniken wie dem 3D-Laserscanning und der „Structure from Motion“-Technologie werden hochpräzise dreidimensionale Modelle der Fachwerkbauten erstellt. Die so gewonnenen virtuellen Gebäude werden genutzt um detaillierte Informationen über Geometrie, Schäden und Materialzustand der Häuser zu dokumentieren.
  • Digitale Modelle dienen als Grundlage für Simulationen und die Entwicklung von Sanierungsplänen. Sie erlauben eine präzise Analyse der bestehenden Bausubstanz ohne invasive Eingriffe.

Messung Hygrothermisches Verhalten

Innenansicht Lauterbach Maar

An insgesamt 28 Testflächen an den Ostgiebeln der Testhäuser Lauterbach-Maar, Momberg I und Momberg II wird das hygrothermische Verhalten der Fachwerkkonstruktionen experimentell erfasst und wissenschaftlich ausgewertet. Hierzu werden an ausgewählten Positionen innerhalb der Konstruktion kontinuierlich Messungen der Temperatur sowie der relativen Porenluftfeuchte durchgeführt. Ergänzend werden Daten aus Raumklimamessungen sowie von einer vor Ort installierten Wetterstation herangezogen, um die hygrothermischen Randbedingungen vollständig abzubilden und die Messergebnisse kontextualisiert interpretieren zu können.

Schadensanalyse

Untersuchung der Dauerhaftigkeit

Bauteiloffnung zur erkundung des Zustands nach 35 Jahren
  • Fachwerkgebäude, die in den 1980er und 1990er Jahren saniert wurden, werden systematisch auf Schäden hin untersucht. Ziel ist es, Langzeiteffekte der damaligen Sanierungsmaßnahmen zu bewerten und daraus Rückschlüsse für aktuelle und zukünftige Sanierungsmethoden zu ziehen.
  • Schadensbilder wie Pilzbefall, Insektenschäden, Risse oder Feuchteschäden werden dokumentiert und hinsichtlich ihrer Ursachen und Präventionsmöglichkeiten analysiert.
Simulation

Bauphysikalische Simulationen

Messungsgraph mit dem Programm Delphi
  • Das Simulationsprogramm DELPHIN wird zur numerischen Analyse des hygrothermischen Verhaltens von Fachwerkwänden eingesetzt. Die Software ermöglicht eine detaillierte Modellierung und Prognose von Feuchte- und Wärmetransportprozessen sowie die Abschätzung daraus resultierender Schadensrisiken unter variierenden klimatischen Randbedingungen.
  • Im Rahmen von Szenarioanalysen können unterschiedliche Sanierungsstrategien systematisch untersucht und hinsichtlich ihrer bauphysikalischen Wirksamkeit bewertet werden. Dies erlaubt eine fundierte Entscheidungsfindung im Vorfeld praktischer Umsetzungsmaßnahmen.
Monitoring

Monitoring neuer Wärmedämmsysteme (im Hessenpark)

Grafik von unterschiedlichen Gefachen an Versuchshäuser Hessenpark
  • Es wurden in 28 Messflächen an den Ostgiebeln der Testhäuser Lauterbach-Maar, Momberg I und Momberg II im Freilichtmuseum Hessenpark verschiedene Wärmedämmsysteme mit jeweils verschiedenen Gefach-Füllungen eingebaut.
  • Um diese Systeme untersuchen zu können wurden diverse Sensoren im Holz, im Gefach und an der Wärmedämmung installiert und kontinuierlich ausgelesen.
  • Ergänzend werden Daten aus Raumklimamessungen sowie von einer vor Ort installierten Wetterstation herangezogen.
Monitoring

Monitoring neuer Wärmedämmsysteme (Cottbus, Münster)

  • In Cottbus wurden zur Validierung ebenfalls Prüfflächen mit Wärmedämmung an einem Versuchsgebäude der BTU Cottbus-Senftenberg eingebaut.
  • Darüber hinaus wurden auch vergleichbare Systeme im Münster/Westfalen (HBZ Münster, Haus Kump) eingebaut, um eine andere klimatische Belastung abbilden zu können.