Projektziele
Das Projekt zielt darauf ab, innovative, energieeffiziente und nachhaltige Sanierungs- und Dämmsysteme zu erforschen, die den spezifischen Anforderungen von Fachwerkgebäuden gerecht werden und die historische Substanz bewahren. Es soll praxisnahe Lösungen für den klimaneutralen Gebäudebestand bis 2050 bieten, indem traditionelle Techniken mit moderner Forschung und Technologie kombiniert werden.
Unsere Kernziele
Steigerung der Energieeffizienz und Ressourcenschonung
Ziel ist es, die Energieeffizienz von Fachwerkgebäuden zu erhöhen und dabei nachhaltige Materialien und Techniken einzusetzen. Besondere Aufmerksamkeit gilt der Untersuchung hocheffizienter und ressourcenschonender Dämmsysteme, die den spezifischen Anforderungen der Sichtfachwerkbauten genügen, ohne die historische Bausubstanz zu beeinträchtigen. Dazu werden neue Ansätze für die Fugen zwischen Holz und Gefachen entwickelt, da diese oft Schwachstellen in Bezug auf Feuchtigkeit und Witterungsschutz darstellen.
Erhalt des baukulturellen Erbes
Fachwerkgebäude sind kulturell bedeutsam. Das Projekt trägt dazu bei, diese Bauten für zukünftige Generationen zu erhalten, ihre Attraktivität zu steigern und ihre Nutzung durch Reduktion der Betriebskosten und Verbesserung der Energieeffizienz weiterhin attraktiv zu gestalten.
Dauerhaftigkeit früherer Wärmedämmsysteme
Im Rahmen des Projektes wird die Dauerhaftigkeit verschiedener Sanierungsmethoden und Baustoffe, die an den im Freilichtmuseum Hessenpark durchgeführten Versuchsbauten aus den 1980er und 1990er Jahren, untersucht. Ziel ist es, die bisherigen bauphysikalischen Grenzwerte und Regelwerke zu evaluieren und bei Bedarf zu aktualisieren. Dabei werden die Materialien hinsichtlich ihrer Eignung, Schadensanfälligkeit und damit ihrer Dauerhaftigkeit bewertet.
Nachhaltigkeit neuer Wärmedämmsysteme und Kreislaufwirtschaft
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Nutzung und Weiterentwicklung von Baustoffen aus nachwachsenden Rohstoffen, wie Holz und Stroh, und Baustoffen mit geringem Herstellungsenergieverbrauch wie Lehm, sowie der Förderung einer Kreislaufwirtschaft. Ziel ist es, Materialien einzusetzen, die eine positive Gesamtenergiebilanz aufweisen und nach ihrer Nutzungsphase wiederverwendet oder recycelt werden können.
Effiziente Gesamtlösungen für das Gebäude
Zusätzlich zur baulichen Sanierung der Fachwerk-Außenwand sind nachhaltige Effizienzkonzepte für das Gesamtgebäude zu betrachten. Dabei spielen auch der Einsatz erneuerbare Energien sowie energieeffiziente Technologien eine wichtige Rolle, die auch für denkmalgeschützte Gebäude geeignet sind.
Digitalisierung und innovative Planung
Eine wichtige Rolle spielt die exakte 3D-Erfassung der Versuchsgebäude, um präzise digitale Modelle zu erstellen. Diese Modelle dienen als Grundlage für Simulationen des Raumklimas, der hygrothermischen Eigenschaften und der Energieeffizienz. Die Ergebnisse fließen in die Entwicklung innovativer Sanierungskonzepte ein, die durch moderne Simulationstools wie DELPHIN, IDA/ICE unterstützt werden.
Berücksichtigung von Quartierslösungen
Neben der Betrachtung einzelner Gebäude wird auch der Kontext ganzer Quartiere einbezogen. Fachwerkstädte und -dörfer haben nicht selten spezifische Besonderheiten im Ortsbild mit z.B. beengten Gebäude- und Straßensituationen. Auch auf Seiten der Nutzenden (Eigentum, Mietende etc.) gilt es Besonderheiten zu berücksichtigen. Daher wird untersucht, wie die Nutzenden sowie alle weiteren Beteiligten von Fachwerk-Quartieren motiviert werden können, um gemeinsam Lösungen zu entwickeln, die sowohl die baukulturelle Identität wahrt als auch die Energieeffizienz gesamter Quartiere verbessert.
Förderung des Wissenstransfers
Die entwickelten Erkenntnisse, Methoden und Technologien werden Fachpersonen zugänglich gemacht. Dazu besteht ein enger Kontakt zu maßgebenden Fach-Gremien der Fachwerk-Instandsetzung. Darüber hinaus sollen die Ergebnisse auch Laien verständlich gemacht werden. Ziel ist es, über Ausstellungstafeln und weiteren Vermittlungsformaten einen breiten Kreis von Anwendenden und Interessierten zu erreichen. Dabei sollen innovative Sanierungslösungen für Fachwerkgebäude nicht nur untersucht, sondern auch verständlich vermittelt und in die Praxis überführt werden.